Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2025 drohten im Nürnberger Süden erneut massive Kürzungen im Busverkehr. Die Stadtverwaltung schlug im September vor, vor allem am frühen Morgen und Abend zahlreiche Fahrten zu streichen – unter anderem auf den Linien 51, 52, 53, 54, 56, 57, 59 und 69. Auf der Linie 51 sollte zwischen Worzeldorf und Kornburg tagsüber zudem nahezu jede zweite Fahrt entfallen.

Für viele Menschen im Nürnberger Süden hätten diese Einschränkungen erhebliche Folgen gehabt. Die erwarteten Einsparungen beliefen sich lediglich auf rund 1,7 Millionen Euro pro Jahr – weniger als zwei Prozent des VAG-Budgets, während gleichzeitig milliardenschwere Investitionen in den Straßenausbau unangetastet bleiben sollten.

Grüner Zwischenerfolg im September

Schon im Herbst hatten die Grünen die Pläne als „Verkehrswende rückwärts“ kritisiert und angekündigt, Kürzungen im Bus- und Bahnangebot nicht mitzutragen – wir berichteten. Die Vorlage wurde daraufhin kurzfristig von der Tagesordnung genommen. Das war ein erster wichtiger Etappensieg, aber noch keine endgültige Lösung.

Durchbruch in der Etatsitzung

In der Etatberatung des Stadtrats am 20. November brachte die Verwaltung die Kürzungsvorschläge erneut ein. Doch diesmal gelang der entscheidende Durchbruch:
Während der laufenden Sitzung konnten die Grünen eine Beschlussänderung einbringen, die am Ende einstimmig angenommen wurde.

Anstelle von Angebotskürzungen werden nun ausschließlich VAG-interne Effizienzmaßnahmen umgesetzt – etwa ein modernerer Ticketvertrieb und die Kündigung der Vollkasko-Versicherung der U-Bahn. Damit werden Einsparungen erzielt, ohne das Angebot für die Fahrgäste zu verschlechtern.

„Für die Menschen im Nürnberger Süden ist das eine enorm wichtige Entscheidung“, betont Grünen-Stadträtin Réka Lörincz aus Herpersdorf. „Viele sind auf zuverlässige Busverbindungen angewiesen. Die geplanten Streichungen hätten unseren Stadtteilen erheblich geschadet. Ich bin froh, dass wir das gemeinsam verhindern konnten.“

Unser Ziel: Ausbau statt Abbau

Das Angebot von Bus und Straßenbahn bleibt vollständig erhalten – ein wichtiges Signal für alle, die täglich auf den ÖPNV angewiesen sind.
Alexander Kahl, Sprecher für öffentlichen Verkehr der Grünen Stadtratsfraktion, macht klar:

„Die Entscheidung zeigt, dass Mobilität für alle eine starke und verlässliche Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs braucht. Wir Grüne setzen uns weiter dafür ein, dass der ÖPNV nicht nur stabil bleibt, sondern langfristig ausgebaut wird – klimafreundlich, sozial und gut erreichbar für die gesamte Stadt.“

S-Bahn: Anpassungen zum Fahrplanwechsel

Unabhängig von den Stadtratsentscheidungen treten im Dezember 2025 Änderungen im S-Bahn-Verkehr auf den Linien S1, S2 und S3 in Kraft. Grund ist der neue Halbstundentakt des ICE-Verkehrs nach Berlin.

Ab dem 14. Dezember gelten wieder die ursprünglichen Linienwege:

  • S1: Bamberg – Nürnberg – Hartmannshof
  • S2: Roth – Nürnberg – Altdorf
  • S3: Nürnberg – Neumarkt

Neu ist, dass sowohl die S2 als auch die S3 künftig an allen Stationen zwischen Nürnberg und Feucht halten, sodass dort in der Hauptverkehrszeit ein 10-Minuten-Takt entsteht. Zwischen Nürnberg und Roth verschieben sich die Abfahrten um rund zehn Minuten und abendliche Taktlücken werden geschlossen.

Die VAG passt die Busfahrpläne soweit möglich an, um weiterhin gute Anschlüsse sicherzustellen. Ein Blick auf den neuen Fahrplan vor der nächsten Fahrt empfiehlt sich daher.